acCO2unt.log – Prozess- und designbasierte CO2-Bilanzierung für Unikat- und Kleinserienfertiger des Maschinen- und Anlagenbaus am Beispiel von Logistikprozessen

Kurzbeschreibung – Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau zeichnet sich im weltweiten Vergleich durch technologische Exzellenz, hohe Qualitätsstandards und oftmals eine kundenindividuelle Unikat- und Kleinserienfertigung aus. Zurzeit erfährt in der Branche das Thema Nachhaltigkeit eine stark steigende Bedeutung. Gesetzliche Berichtspflichten, wie bspw. die Richtlinie 2022/2464 der Europäischen Union hinsichtlich der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen, gelten noch nicht für kleine und mittlere Unternehmen; sie sind als Zulieferer jedoch indirekt betroffen und müssen zukünftig den CO2-Fußabdruck (Product Carbon Footprint) ihrer Produkte ermitteln.

Allgemeine Informationen rund um das Projekt

Projektlaufzeit:

01.02.2025 bis 31.10.2026

Projektleitung:

Herr Prof. Dr. Christoph Laroque
Frau Univ.-Prof. Dr.-Ing. Sigrid Wenzel (Uni Kassel)

 

Anwender: Alpha Sigma GmbH, Siemens AG, SITEC Industrietechnologie GmbH, Tisora Sondermaschinen GmbH

Dienstleister: ams.Solution AG, Limón GmbH, N+P Informationssysteme GmbH, SimPlan AG

Multiplikatoren: owl Maschinenbau e. V., TransMIT Gesellschaft für Technologietransfer mbH, Verbund Maschinenbau in Sachsen / Thüringen e. V. (VEMAS e. V.), Zukunftsallianz Maschinenbau e. V.

Projektbeschreibung

Ziel des Forschungsprojektes „acCO2unt.log: Prozess- und designbasierte CO2-Bilanzierung für Unikat- und Kleinserienfertiger des Maschinen- und Anlagenbaus am Beispiel von Logistikprozessen“ ist die Konzeption einer IT-Plattform mit interoperablen Product Carbon Footprint Services zur Datenerfassung und -analyse sowie zur Berechnung, Visualisierung und Prognose des CO2-Fußabdrucks für kleine und mittlere Unternehmen bei Beschaffung, Produktion, Transport, Aufbau und Inbetriebnahme eines kundenspezifischen Unikats bzw. eines Produktes einer Kleinserie.

Zur Erreichung des Projektziels sind folgende Kernelemente umzusetzen:

  1. Semantische und informationstechnische Aufbereitung der relevanten Normen und Bilanzierungsstandards zur CO2-Ermittlung sowie die Anbindung verfügbarer Datenbanken zu CO2-Äquivalenten.
  2. Modellierung der prozessbegleitenden Informationsflüsse am Beispiel der zu betrachtenden Produktions- und Logistikprozesse (Beschaffung, Produktion, Transport, Anlieferung, Aufbau und Inbetriebnahme einer kundenspezifischen Anlage) und Ermittlung der Informationsbedarfe zur Berechnung des CO2-Fußabdrucks eines Unikats oder eines Produktes einer Kleinserie nach SCOPE 3 des Greenhouse Gas Protocol (https://ghgprotocol.org/).
  3. Systematische und prozessorientierte Aufbereitung und Synthese aller Informationen in einem erweiterbaren Informationsmodell.
  4. Konzeption einer IT-Plattform für kleine und mittlere Unternehmen mit interoperablen Product Carbon Footprint Services zur Datenerfassung, Datenanalyse, Berechnung, Visualisierung sowie Prognose, die den CO2-Fußabdruck automatisiert prozessbegleitend und aufwandsarm ermittelt.

Die Kernelemente werden in einem Demonstrator als beispielhafte Implementierung zusammengeführt, um eine hinreichende Evaluation der Ergebnisse in verschiedenen Anwenderunternehmen zu erreichen.

 

Unser Beitrag

Die Forschungsgruppe Industry Analytics und Professor Laroque streben im Vorhaben an, zunächst die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich ihrer Eignung auf die Ermittlung von CO2-Äquivalenten anfallender Logistikprozesse zu überprüfen, Informationsbedarfe für die CO2-Bilanzierung von Produkten als CO2-Fußabdruck abzuleiten und den die Logistikprozesse begleitenden Informationsfluss zu modellieren. Anschließend erfolgt die Entwicklung eines flexibel erweiterbaren Informationsmodells zur CO2-Bilanzierung als semantisches Modell (Ontologie). Diese Vorarbeiten dienen als Basis für die Konzeption der IT-Plattform und ihrer interoperablen Services für die Ermittlung und Bilanzierung sowie zur Prognose des CO2-Fußabdrucks in der Designphase. Die Implementierung erfolgt als Demonstrator, um eine Evaluation anhand von Anwendungsszenarien bei mehreren Anwendern zu ermöglichen. Die Innovation liegt in der Schaffung eines praktikablen Zugangs für kleine und mittlere Unternehmen zur effizienten Bewertung des CO2-Fußabdrucks einer Anlage.

 

Ansprechpartner

Christoph Laroque
Projektleiter

Wibke Kusturica
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Adrian Rössl
Wissenschaftlicher Mitarbeiter